Um der Bluesharp
einen besonderen Sound abzugewinnen, taucht man sie
für eine kurze Zeit in Wasser, nun ja, manche
bevorzugen auch einen guten Whisky. Der Körper
der Harp quillt durch das Wasser auf und macht sie
absolut luftdicht, dieser Prozess verleit der Harp
einen richtig satten und fetten Sound.
Die Lebensdauer des Instruments leidet zwar stark
unter diesem Ritual, aber um einen Möglist authentischen
Bluessound hinzukriegen führt da kein Weg dran
vorbei.
Was jetzt noch fehlt, ist ein Mikrofon (Ständer-
oder Aufsetzmikro) und ein geeigneter Verstärker.
Walter Jacobs (von der Muddy Waters Band), zum Beispiel
blies mit ganzer Kraft direkt in einen voll aufgedrehten
Gitarrenverstärker, wodurch ein verzerrter brachialer
Klang entstand, der einem mit Wucht ins Gesicht schlug.
Er verstärkte die Harp nicht nur, sondern arbeitete
mit der Verstärkung.
Einzeltonspiel
Es gibt zwei Möglichkeiten für ein sauberes
Einzeltonspiel. Das Spielen mit spitzem Mund und das
Spiel, in dem mit der Zunge die restlichen Kanäle
abdeckt werden.
Bei der Bluesharp wird das Spielen mit spitzgeformten
Lippen oft vorgezogen, um die Zunge für besondere
Spieleffekte frei zu lassen.
Beim Spielen mit abgedeckten Kanälen schiebt
man die Zunge so weit nach vorn, bis sie die offenen
Kanäle berührt und diese völlig abdeckt.
Dann schiebt man die Zunge ein klein wenig nach links,
bis im rechten Mundwinkel eine Öffnung frei wird
durch die dann aus- und eingeatmet wird.
Tongestaltung
Zu einem guten Ton gehört auch ein gleichmäßiges
Vibrato. Hiefür wird das Hand-, das Zungen- und
das Kehlkopf- oder Zwerchfellvibrato angewandt.