Blues und starke
Emotionen gehören einfach zusammen. Blues ist
untrennbar mit Begriffen wie: Einsamkeit, Sehnsucht,
Enttäuschung, Träume, Gefängnis, Liebe,
Triebe, Tod, usw., der Blues ist das Lied derer, die
Leiden. Die, die in schufen, ihn singen und ihn haben,
sind die Enttäuschten, die Verzweifelten, die
Hoffenden, sie alle haben den Blues als ihren ständigen
Begleiter. Dennoch ist eine Antwort auf die Frage
nach der Herkunft des Wortes Blues, oder wer wann
und wo die erste Bluesaufnahme gemacht hat, nicht
möglich. Relativ fest steht, dass der Blues wie
wir in kennen nichts mit den "Worksongs"
der schwarzen Plantagensklaven Ende des 18. und Anfang
des 19. Jahrhunderts zu tun hat. Zwar handelt es sich
hierbei um regelrechte Klage-Songs, wie auch der frühe
Blues, trotzdem werden sie als eine eigenständige
Form eingestuft.
Anfang des 17. Jahrhunderts kamen die ersten Sklaven
nach Amerika (Virginia). Über dieses unmenschliche
und verachtungswürdige Kapitel Amerikanischer
Geschichte möchte ich jetzt hier nicht genauer
eingehen, da es auch eine Geschichte für sich
ist. Aber für die, die es Interessiert, gibt's
hier mehr
zum Thema Roots und Sklavenhandel.
In ihrer gestörten Perversion, ließen die
Plantagenbesitzer ihren Sklaven immerhin die Freiheit
zu Singen und zu Tanzen. Das ganze mit dem Hintergedanken,
dass sich die Arbeit auf dem Feld mit Gesang leichter
bewerkstelligen ließ und das Tanz und Musik,
in dem was man damals als Freizeit bezeichnete, gut
für die Nachwuchsförderung, und somit neuer
und billigerer Sklaven, war.
1843 entstanden die ersten Minstrelshows, dass waren
Revues in denen sich überwiegend weiße
Darsteller wie schwarze schminkten und so ihre sehr
sarkastischen Späße trieben.
Diese Shows entwickelten sich in verschiedene Formen
und Facetten und fanden auch innerhalb Europa eine
große Fangemeinde.
Es kam aber wie es kommen musste, da die Südstaaten
sich nicht an die Abschaffung der Sklaverei (1807)
hielten und die verschiedensten Sklavenaufstände
im Keim erstickt wurden, entfachte schließlich
ein Bürgerkrieg (1861-1865) zwischen den Nord-
und den Südstaaten.
Die Nordstaaten die als Sieger hervorgingen, schafften
nun endgültig die Sklaverei ab, doch das Leiden
der schwarzen Bevölkerung war und ist noch bis
Heute nicht zu Ende.
So nach und nach, entstanden die ersten und komplett
aus schwarzen bestehenden Minstrelshows, wie z.B.
die Mahara Minstrels. Dort spielte ein gewisser William
Christopher Handy der später dann auch der Chef
dieser Show wurde.
1912 wurde es dann etwas konkreter, in kurzer Folge
kamen erstmalig drei Bluestitel in gedruckter Form
auf den Markt, W.C. Handy's "Memphis Blues",
Leroy White's "Nigger Blues" und Wand-Garrett's
"Dallas Blues". Von nun an gab es kein Halten
mehr, Titel wie der "St. Louis Blues", ebenfalls
von W.C. Handy, wurden von der Musikindustrie clever
vermarktet und durch die Erfindung des aufziehbahren
Fonografen letztendlich auch der ländlichen Bevölkerung
ohne Stromversorgung zugänglich gemacht. Es wurden
unzählige Aufnahmen mit den Verschiedensten Musikern
gemacht, zum Teil mehr schlecht als recht. Aber aus
der Masse gingen auch Künstler wie Papa Charlie
Jackson oder auch Blind Lemon Jefferson hervor und
so entwickelte sich der Blues langsam zu der Form,
in der wir ihn heute kennen und lieben.
Text: BluesSource.de
Quellverweis: Blues and trouble von Theo Lehmann und
Blues. Geschichte und Geschichten von Carl-Ludwig
Reichert
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Der Blues hat viele Väter, William
Christopher Handy ist sicherlich einer von ihnen.
Geboren 1873 in Florence, Alabama und musikalisch ist
er ehr dem Delta-Blues einzuordnen.
Er hatte als Mitarbeiter eines Musikerverlages in Memphis
und danach in New York die glorreiche Idee gehabt, die
Blues-Stücke die er in den diversen überwiegend
schwarzen Gemeinden gehört hat, in Partituren zu
übertragen und sie dann zu publizieren.
Die Stadt Memphis, die man mit Sicherheit als eine der
Wiegen des Blues bezeichnen kann, machte seinen Namen
unsterblich.
Es wurde ein Park nach ihm benannt und ein Denkmal aufgestellt,
aber viel bedeutender ist der seit 1980, nach seinem Namen
benannte, alljährlich vergebene Preis. Eben der W.
C. Handy Award, der für besondere Verdienste rund
um den Blues verliehen wird. |