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Die Klarinette: Ratgeber zum Kauf einer Klarinette

Klarinette Nur wenige Instrumente sind in so vielen Musikstilen zu Hause wie die Klarinette. Das lebhafte Holzblasinstrument fühlt sich im Jazz ebenso wohl wie in großen Orchestern und kleinen Dixieland-Combos. Grund hierfür ist ihr einzigartiger flexibler Klang. Geübte Spieler entlocken dem Instrument warme tiefe Klänge und schneidende obertonreiche Höhen. Dynamische Läufe mit schnellen Tempowechseln inspirieren dabei seit jeher junge und alte Zuhörer.
Hier erfährst du:
  • was du beim Kauf beachten musst
  • alles über die Bauformen
  • welches die beliebtesten Klarinetten sind

Klarinetten im Test & Vergleich 2017

Wer sich selbst einmal an den großen Werken für Klarinette von Johannes Brahms, Robert Schumann, der Kammermusik von Beethoven oder dem lebhaften Jazz von Artie Shaw versuchen will, braucht natürlich auch die richtige Klarinette.

In diesem Ratgeber finden Anfänger, aber auch Fortgeschrittene zahlreiche Informationen und Tipps zum Kauf des passenden Instruments. Dabei setzen wir uns mit häufig gestellten Fragen zu Klarinettensystemen, der Bedeutung der Klappenanzahl, dem Material und vielen anderen interessanten Themen auseinander.

Klarinettenkauf für Anfänger

Für seine erste Klarinette sollte man sich nicht leichtfertig entscheiden. Zu schnell ist die Freude am neuen Instrument sonst verflogen. Es mag sein, dass ein ebenhölzernes Instrument mit vergoldeter Klappenmechanik und Acrylmundstück besonders hochwertig wirkt. Dass es dem bevorzugten Musikstil und der gewünschten Klangfarbe entspricht, ist lange nicht gesagt, dass man besser damit zurechtkommt, erst recht nicht. Als Anfänger kann man die Notwendigkeit verstellbarer Daumenhalter, zusätzlicher Klappen und Birnen natürlich noch nicht richtig einschätzen. Auch werden sich die Wenigsten auf Anhieb im Klaren darüber sein, warum es denn lieber eine B- und keine Es-Klarinette sein sollte.

Ratgeber zum Kauf einer KlarinetteAus diesem Grund benötigt man Hilfe. Ein fachkundiger Lehrer weiß, welche Spielerfahrung, welchen Preis rechtfertigt. Auch kennt er sich mit Qualitätsmerkmalen wie der Dichtigkeit, der Ansprache und einer sauber verklebten Polsterung aus. Als Anfänger kann man davon nur profitieren.

Ehe es an den Kauf geht

Hat man noch keine Erfahrung im Klarinettespielen und möchte es einfach mal probieren, sollte man sich an einen Lehrer wenden. In Musikschulen oder bei Privatlehrern kann man das Instrument erst einmal testen. Meistens ist es kein Problem, die Klarinette mit nach Hause zu nehmen und ein paar Tage auszuprobieren. So bekommt man schnell ein Gefühl dafür, ob das Instrument etwas für einen ist.

Auch beim Kauf sollte ein Lehrer dabei sein. Oft kennen sich Lehrer und Händler, sodass sich Rabatte vereinbaren lassen. Häufig besteht auch in diesem Fall die Möglichkeit, das Instrument für ein paar Tage mit nach Haus zu nehmen und anzutesten. So kann man sich ein realistischeres Bild von den Klangeigenschaften machen als in einem Geschäft voller Leute. Auch Schäden lassen sich bei genauerer Betrachtung leichter erkennen.

Was ist von Käufen im Internet zu halten?

Es ist unverzichtbar, das Instrument vor dem Kauf auszuprobieren. Auch als Laie erkennt man gravierende Klangunterschiede zwischen verschiedenen Modellen schnell. Ist man schon etwas erfahrener, kann man die Ansprache der einzelnen Tone differenziert einschätzen. Auch hat man intuitiv ein Gefühl dafür, wie gut die Klappen in der Hand liegen und ob die Klarinette korrekt gestimmt ist.

Bei einem reinen Online-Kauf wäre das nicht möglich. Deshalb bieten viele Händler einen Mietkauf an. Dabei probiert der Käufer das Instrument zunächst aus und bezahlt es nur, wenn es einem zusagt. Ist das nicht der Fall, schickt er es an den Händler zurück. Anfänger sollten zudem Wert darauf legen, dass der Händler einen Einstellservice und eine regelmäßige Wartung anbietet.

Klarinettenbauformen und Anwendungsgebiete

Im Laufe der Zeit wurden viele verschiedene Arten von Klarinetten entwickelt. Sie unterscheiden sich in erster Linie in der Größe und ihrer Ausstattung. Aufgrund der Zylinderform und der flexiblen Klappengestaltung bieten Klarinetten viele Freiheiten bei individuellen Bauweisen.

Heute verwendet man üblicherweise vier Klarinettenarten:

  • die B-Klarinette
  • die A-Klarinette
  • die Es-Klarinette
  • die Bass-Klarinette

Jede dieser Bauweisen zeichnet sich durch spezifische Klangcharakteristika und den Ton aus, der erklingt, wenn man ein C spielt. Spielt man auf der B-Klarinette ein C, ertönt ein B. Spielt man auf der A-Klarinette ein C, ertönt ein A. Für den Anfänger bedeutet das, dass er sich bereits vor dem Kauf darüber klar sein sollte, in welche musikalische Richtung er gehen will.

VarianteHinweise
B- und A-KlarinettenDiese beiden Typen kommen am häufigsten vor. Die B-Klarinette findet im Jazz und in der Volksmusik Anwendung. Die A-Klarinette wird üblicherweise in der klassischen Musik gespielt. Sprechen Leute über Klarinetten, meinen sie meistens einen dieser beiden Typen. Die Besonderheit der B-Klarinette besteht darin, dass sie einen Ganzton höher notiert wird, als sie klingt. Bei der A-Klarinette beträgt der Unterschied eine Terz.

Als Anfänger fragt man sich natürlich, welchen Sinn die Auswahl zwischen einer A- und einer B-Klarinette hat, noch dazu, wo sie fast gleich klingen. Die Antwort ist simpel. Wenn ein Stück viele B-Vorzeichen hat, dann muss man auf der B-Klarinette zwei Vorzeichen weniger beachten als bei einer Flöte. Hat ein Stück viele Kreuz-Vorzeichen, entfallen auf einer A-Klarinette drei davon. Das erleichtert das Spielen sehr. Grundsätzlich greift man bei B-Vorzeichen zur B- und bei Kreuz-Vorzeichen zur A-Klarinette.

Beide Arten zeichnen sich überdies durch klangliche Besonderheiten aus. So wird der A-Klarinette ein tieferer, wärmerer Klang nachgesagt.

Die Es-KlarinetteDie Es-Klarinette zeichnet sich durch ihre hohe Stimmung aus. Sie klingt eine Quarte höher als die B-Klarinette. Deshalb ist sie mit 49 cm auch wesentlich kürzer als die anderen Modelle. Die Klappen liegen entsprechend näher beieinander.

Die Es-Klarinette hat einen scharfen durchdringenden Klang. In den höheren Registern erinnert sie an Flöten und Oboen. Man nutzt sie deshalb in Sinfonieorchestern. Dort unterstützen sie das Piccolo.

Die Es-Klarinette gilt wegen der anspruchsvollen Intonation als schwer zu spielen. Anfängern ist sie deshalb eher nicht zu empfehlen.

Die Bass-KlarinetteBass-Klarinetten kommen in Orchestern, in der Blasmusik und vereinzelt im Jazz zum Einsatz. Sie klingen eine Oktave tiefer als B-Klarinetten. Um die tiefen Töne zu erzeugen, ist die Bassklarinette doppelt so groß wie eine normale B-Klarinette. Durch das abgeknickte Endstück erinnert sie an ein Saxophon. Meistens erstreckt sich der sehr hohe Tonumfang vom tiefen E bis zum C. Sie kann genauso tief spielen wie ein Fagott und fast ebenso hoch wie eine normale Klarinette. Um die tiefen Töne zu erzeugen, nutzt der Spieler vier zusätzliche Klappen. Auch die Dynamik ist wesentlich größer als bei anderen Arten zwischen fff (fortefortissimo – sehr laut) bis ppp (piano pianissimo) ist alles möglich.

Eine Besonderheit ist bei billigeren Schülermodellen zu beachten. Sie haben weniger Triller-Automatiken. Das ist für Anfänger erst einmal nicht so schlimm. Ein Problem besteht aber an anderer Stelle. Meistens reicht der Tonumfang nur bis zum tiefen E, bei manchen Modellen immerhin noch bis zum D. Um anspruchsvolle Soli zu spielen, die den vollen Tonumfang des Instruments ausnutzen, müsste man erst aufwendig herauftransponieren.

Sollte man mit dem Deutschen oder dem Böhm-System beginnen?

Wenn man sich mit dem Thema Klarinette beschäftigt, wird man früher oder später auf die Begriffe Deutsches und Französisches System (Böhm System) stoßen. Diese bezeichnen unterschiedliche Griffformen, die auf verschiedenen Bauweisen beruhen.

Das deutsche Griffsystem

Das deutsche Griffsystem ist nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich und Teilen Osteuropas verbreitet. Die Griffe der modernen Klarinette orientieren sich an dem 5-Klappen-Modell, das noch zu Lebzeiten Mozarts gespielt wurde. Meistens haben sich lediglich kleine Details verändert. Zu den bedeutendsten Modernisierungen zählen die Polsterung von Iwan Müller und die Einführung des Gabelmechanismus durch Oskar Oehler. Vor der Erfindung des Böhm-Systems galt es als Standard. Die Bezeichnung „Deutsches System“ verbreitete sich erst im Laufe des 20. Jahrhunderts.

Bei deutschen Modellen gibt es zwischen 18 und 22 normale Klappen sowie 4-6 Ringklappen. Als Anfänger sollte man hier besonders aufpassen. Bei verschiedenen Herstellern unterscheidet sich nämlich die Zählweise der Klappen. Bei günstigeren Modellen fehlen oft die Triller, die für fortgeschrittene Techniken notwendig sind. Wenn man sich später ohnehin ein besseres Modell kaufen will, ist das aber nicht so schlimm.

Das Böhm-System

Das Böhm-System (auch Französisches System) basiert auf den Entwicklungen Theobald Böhms für die Querflöte. Entwickelt wurde es allerdings von Hyacinthe Klosé. Der Hauptunterschied zum deutschen System besteht darin, dass sich die Gabelgriffe für die Töne h und f bei b und fis befinden. Außerdem sind die Griffe für den kleinen Finger durchweg doppelt ausgeführt. Die französische Klarinette ist leichter, mit einem breiteren Mundstück und tiefer unterschnittenen Grifflöchern ausgestattet.

Die Böhm-Klarinette hat überdies eine andere Klappenmechanik. Es gibt mehr Hebel, sodass es nicht notwendig ist, zwischen den Klappen zu rutschen. Es gibt allerdings nur 17. 11 davon befinden sich auf dem oberen Mittelstück, 6 auf dem unteren. Zudem gibt es 6 Ringe (5 auf der Vorderseite, 1 auf der Rückseite). Die entsprechende Modellbeschreibung 17/6 gibt dem Spieler Auskunft darüber. Bei manchen Modellen gibt es zusätzliche Griffe wie Es-Heber. Diese sind allerdings eher für das fortgeschrittene Spiel interessant.

Hinweis zum deutschen System

Um den weiteren Unterschied zum französischen System zu verstehen, muss man sich vergegenwärtigen, wie die Klappenmechanik einer Klarinette funktioniert. Im Gegensatz zur Blockflöte gibt es bei der Klarinette mehr Löcher als Finger. Über den Löchern befinden sich deshalb gepolsterte Klappen, die mit Hebeln geöffnet und geschlossen werden. Beim deutschen System befinden sich zwischen den Hebeln die typischen Gleitflächen, die mit den kleinen Fingern betätigt werden. Damit ist es dem Spieler möglich, zwischen den Klappen zu rutschen und alle Töne zu erreichen. Bei anderen Tonlöchern finden sich stattdessen Ringklappen. Mit diesen Klappen ist es möglich, mehrere Löcher mit nur einer Fingerbewegung zu schließen.

Für welches System soll man sich entscheiden?

Man kann nicht pauschal sagen, dass ein System besser ist als das andere. Dessen ungeachtet hat sich über die Jahrzehnte eine hitzige Debatte um vermeintliche Vor- und Nachteile entwickelt. Mit Sicherheit sagen lässt sich einzig, dass die Böhmklarinette durch einen schärferen Klang mit mehr Obertönen auszeichnet. Die Deutsche Klarinette tendiert eher ins tiefere, wärmere Klangspektrum.

Vorteile des Deutschen Systems

Im gesamten deutschsprachigen Raum ist das deutsche System weit verbreitet. Das hat für den Anfänger zunächst einmal viele Vorteile.

  • Erst einmal sind die meisten Klarinettenlehrer an das deutsche System gewöhnt. Sie kennen sich besser mit den Griffen, den Blättern und den Mundstücken aus. (Zur Information: Das Blatt ist ein kleines Holzstückchen, dass in das Mundstück eingelegt wird. Es versetzt die Luftsäule im Innern der Klarinette in Vibration und erzeugt so den Klang.)
  • Auch regionale Instrumentenbauer kennen sich mit dem deutschen System meist besser aus.
  • Es ist all denjenigen zu empfehlen, die eine Karriere als professioneller Klarinettist anstreben. In der Regel werden rar gesäte Orchesterstellen nur mit Klarinetten Deutschen Systems besetzt. Viele Orchester sind recht konservativ eingestellt und gegen den „französischen Klang“.

Vorteile des Böhm-Systems

Auch das Böhm-System hat mehrere Vorteile.

  • Der erste davon ist der Preis. Bei vergleichbarer Qualität kosten französische Instrumente nur etwa die Hälfte. Bei gleichem Preis sind sie meistens besser. Begründet liegt diese Tendenz in den sehr viel größeren Stückzahlen, die von den Herstellern angeboten werden.
  • Das Gleiche gilt für Zubehör wie Gigbags. Besonders gravierend wird der Unterschied bei den großen Bass- und Alt-Klarinetten.
  • Ein weiterer Vorteil ist die höhere Klangvielfalt. Liebhaber von Jazz und moderner Musik nutzen veränderte Instrumentenbahnen und Blätter, um den Klang auf vielfältige Weise zu modulieren (z.B. per Lippenvibrato). Bei deutschen Instrumenten sind solche Techniken schwieriger.
  • Darüber hinaus gilt das Griffsystem der Böhm-Klarinette vielen Spielern insgesamt als das komfortablere. Umständliche Techniken wie Gabelgriffe und das Rutschen zwischen den Klappen sind wegen der speziellen Mechanik nicht notwendig.
Für welches System man sich entscheidet, ist von den Voraussetzungen und Zielen abhängig. Möchte man nicht unbedingt in einem Orchester spielen und kennt jemanden, der Erfahrung mit einer französischen Klarinette hat, spricht nichts dagegen.

Wichtige Hersteller und Preise

Bei der Auswahl der ersten Klarinette erkennt man schnell, dass es viele verschiedene Hersteller gibt. Viele davon stammen sogar aus Deutschland. Anbei finden Sie eine kurze Auswahl:

  • Oscar Adler
  • Clarissono
  • Schreiber & Keilwerth
  • Yamaha
  • Wurlitzer
  • Peter Eaton
  • Buffet Crampon
  • Amati
  • Leblanc
  • Noblet

Man kann einem Anfänger nicht pauschal zu dieser oder jenen Marke raten. Manche von ihnen zeichnen sich durch einen niedrigen Preis aus. Andere überzeugen mit besonders stabilen/hochwertigen Mechaniken. Man sollte die Gelegenheit nutzen, mehrere Marken einmal auszuprobieren.

Achtung!

Wenn man eine neue Klarinette ausprobieren will, sollte man, sofern vorhanden, sein eigenes Mundstück und sein eigenes Blättchen mitnehmen. Beide werden einfach in die neue Klarinette eingesetzt. Auf diese Weise lassen sich Klangunterschiede sehr viel objektiver beurteilen. Auch hat man gleich ein besseres Gefühl für die Ansprache des Instruments (mehr zu dem Begriff später).

Die Preise seriöser Anbieter unterschreiten die 400-500 Euro-Marke selten. Modelle sehr viel niedrigerer Segmente werden häufig unter katastrophalen Bedingungen in Ländern wie China und Indonesien gefertigt. 500 Euro kann man auch als Anfänger getrost investieren. Alles, was darüber liegt, gehört dem professionellen Segment an. Hier sind die hochwertigen Solo-Instrumente von Wurlitzer und Buffet zu nennen. Auch Yamaha-Klarinetten sind bei vielen Spielern beliebt. Sie verfügen über liebevoll geschmiedete Klappen und individuelle Mechaniken. Auch sind sie robust und schön anzusehen. Für das beginnende Profi-Segment kann man eine Preisklasse von 1.000 – 3-000 Euro ansetzen. Alles darüber Liegende gehört in den High-End-Bereich.

Hochwertige Instrumente sind in der Regel aus

  • Grenadill-Holz,
  • Buchsbaum oder
  • Ebenholz
gefertigt. Bei einigen Ausführungen wie der „Green Line“ des Herstellers Buffet Crampon kommen mit Kunststoff verklebter Ebenholzstaub und Kohlefasern zum Einsatz. Da er keine Poren mehr hat, ist er besonders reißfest.

Billigere Modelle sind aus Kunststoff gefertigt. Ihre Klangqualität wird von vielen Experten angezweifelt. Bei besonders niedrigen Preisen dieser Kategorie sollte von einem Kauf Abstand genommen werden. Sie sprechen für einen unseriösen Herstellungsprozess.

Mehr Ringe und Klappen – Instrumente für den Fortgeschrittenen

Grundsätzlich erkennt man Instrumente für fortgeschrittene Spieler daran, dass sie mehr Klappen und Ringe haben als die günstigeren Modelle für Einsteiger. Das sieht man an den letzten zwei Zahlen der Instrumentenbezeichnung:

  • 20/6,
  • 22/6
Die ersten beiden Zahlen sagen aus, dass die Klarinette zwanzig normale Klappen und sechs Ringklappen hat. Bei dem zweiten Modell sind es zwei normale Klappen mehr. Preislich bewegen sich die Unterschiede zwischen 750,00 und 1.150,00 Euro.

Weitere Extras, durch die sich höherwertige Klarinetten auszeichnen, sind bessere Automatik-Hebel und Ausgleichsmechaniken. Das erlaubt es dem Spieler, besonders tiefe Töne bis zum Es hinunter aus seinem Instrument zu holen. Durch die höhere Zahl an Klappen lassen sich viele Töne besser und schneller greifen. Auch gibt es zusätzliche Extras wie eine Resonanzklappe.

Experten greifen eher zu geschmiedeten als zu gegossenen Klappen. Das hängt damit zusammen, dass sie weniger porös und rissanfällig sind. Weiterhin haben handgeschmiedete Mechaniken Vorteile gegenüber gesenkgeschmiedeten.

Neu oder gebraucht?

Ratgeber zum Kauf einer KlarinetteEs muss nicht immer gleich eine ganz neue Klarinette sein. Für den Anfang tut es oft auch schon ein gebrauchtes Modell. Das hat den Vorteil, dass man häufig sehr viel günstiger einsteigen kann. Daneben haben Klarinetten vom Fachhändler den Vorteil, dass es häufig festgesetzte Preislisten und Vertriebsstrukturen gibt. Auf diese Weise kann man sich sicher sein, nicht zu viel für sein Instrument zu bezahlen.

Das ist beim Fachhändler zu beachten

In den meisten größeren und kleineren Städten gibt es Händler, die Musikinstrumente verkaufen. Ist die Auswahl hier auch nicht immer riesig, so findet man doch vielfach die wichtigsten Zubehörteile wie Blätter und Mundstücke.

Bei den Klarinetten selbst ist die Auswahl häufig weitaus größer als beim Gebrauchtwarenhändler. Meistens kann man ein neues Modell in verschiedenen Varianten ausprobieren. Wenn eine davon nicht verfügbar ist, wird sie vom Händler nachbestellt. Ein seriöser Händler lässt sich hieran schnell erkennen. Auch stellt er einem möglicherweise ein Modell zum Verleih frei. So kann man es erst einmal in Ruhe zu Hause ausprobieren, ehe man es kauft.

Der größte Vorteil ist die Sicherheit. Gebrauchte Instrumente weisen in der Regel schon einige Verschleißerscheinungen auf. So kann das Holz an einigen Stellen beschädigt oder Mechaniken locker sein. Bei neuwertigen Instrumenten besteht diese Gefahr nicht.

So erkennt man gute gebrauchte Klarinetten

Selbstverständlich findet man auch unter den gebrauchten Instrumenten gute Modelle. Hier ist ein profunder Kennerblick allerdings noch wichtiger als beim neuen Instrument. Ein erfahrener Spieler erkennt Schäden sehr schnell und kann vom Kauf dieses oder jenes Instruments abraten. Hat man bereits einige Zeit auf einem geliehenen Modell geübt und will sich endlich ein eigenes kaufen, sollte man sich von einem Lehrer oder einer anderen erfahrenen Person begleiten lassen. Auf folgende Dinge kann man jedoch auch als Anfänger selbst schon ein wenig achten.

KriteriumHinweise
Sind Oberflächenschäden erkennbar Probleme dieser Art sind noch am ehesten festzustellen. Zunächst einmal hält man das Instrument gegen das Licht und prüft es auf Kratzer und andere Beeinträchtigungen. Gutes Grenadill-Holz erkennt man an seiner Schwere und leicht öligen Oberflächenbeschaffenheit. Danach sieht man sich jede Klappe und jedes Bohrloch an. Dabei achtet man auf Risse, Holzschäden, unsaubere Bohrungen, lockere Schrauben, defekte Federn, schwergängige Mechaniken und ähnliche Probleme. Hat man im Anschluss überprüft, dass die Polster sauber verklebt sind, schaut man sich die Verbindungsstellen an, in die die Zapfen eingeführt werden (zur Erinnerung: Die Klarinette besteht aus fünf Teilen. Mit den Zapfen werden sie ineinander gesteckt). Hier sollte man sehr genau auf Qualität achten. Klarinetten minderer Qualität neigen zur Rissbildung an den Verbindungsstellen. Sie lassen sich dann nicht mehr sauber schließen, die Luftsäule im Innern des Instruments gerät durcheinander und der Klang leidet.
Ist die Klarinette stimmstabilUm die Stimmreinheit zu überprüfen, bläst man zunächst einige Minuten in das Instrument hinein. Das hat den Hintergrund, dass Holz ein lebendiger Werkstoff ist. Er nimmt Flüssigkeit auf und gibt Flüssigkeit ab. Entsprechend verändern sich bei Temperaturveränderungen seine Größe und die Klangeigenschaften. Erst bei Zimmertemperatur lässt sich die Stimmung genau feststellen. Hierzu nutzt man ein elektronisches Stimmgerät, das auf den Kammerton 440 Hz eingestellt ist. Die Abweichungen sollten vor allem in den oberen Bereichen möglichst gering sein. Das ist von Bedeutung, weil Klarinetten nicht ohne Weiteres nachgestimmt werden können.
Die DichtigkeitDamit sich der Klang kraftvoll entfalten kann, darf nirgends im Instrument Luft verloren gehen. Zur Prüfung bläst man bei zugehaltenen Klappen ohne Trichter und Mundstück in das hinein. Es darf an keiner Stelle Luft entweichen.
Was ist die Ansprache?Ansprache ist ein anderes Wort für den Einschwingvorgang von Blasinstrumenten. Damit drückt man aus, wie leichtgängig, schnell und hörbar der Ton nach dem Einblasen erklingt. Zur Überprüfung bläst man tiefe und hohe Töne im Wechsel an. Ist man schon etwas erfahrener, spielt man eine Etüde. Da bei diesem Musikstück viele große Tonsprünge vorkommen, ist es sehr gut zum Testen der Ansprache geeignet.

Besonderheiten beim Gebrauchtkauf im Internet

Ratgeber zum Kauf einer KlarinetteDer geringe Preis und die große Auswahl reizen viele Menschen zum Kauf einer Klarinette im Internet. Auf Plattformen wie eBay stellen private und gewerbliche Verkäufer vermeintliche Schnäppchen und Raritäten ein. Als Anfänger sollte man hierbei besonders vorsichtig sein. Gegenüber dem Kauf im Fachgeschäft hat man nur eingeschränkte Möglichkeiten, das Instrument zu testen und einer genauen Prüfung zu unterziehen.

Man kann nur in eingeschränktem Maße mit dem Käufer kommunizieren. Häufig sind auch die Fotos nur bedingt aussagekräftig. Das Risiko bleibt also auf Käuferseite. Natürlich ist es nicht unmöglich, ein gutes Instrument über das Internet zu kaufen. Man sollte allerdings sehr genau prüfen, wie seriös der Händler ist. Hat er viele positive Bewertungen oder bemängeln frühere Kunden Qualität und Abwicklung?

Von besonders billigen Modellen für 100 – 150 Euro sollte prinzipiell Abstand genommen werden. Oftmals handelt es sich hierbei um Instrumente aus China, die unter katastrophalen arbeitsteiligen Bedingungen gefertigt werden. Meistens bestehen sie aus billigem Kunststoff, sie sind verstimmt oder die Klappen sind undicht. Selbst erfahrene Instrumentenbauer können da häufig nichts mehr retten. Als Dekoration mögen die Stücke hinkommen. Zum ernsthaften Spielen sind sie gänzlich ungeeignet. Anfänger ersparen sich die Frustration, indem sie gleich auf ein besseres Instrument sparen.

Welches Zubehör braucht man?

Neben der Klarinette selbst ist noch eine Reihe verschiedensten Zubehörs notwendig. Am wichtigsten sind dabei das Mundstück und das Blatt. Zusammen dienen sie als Schwingungserzeuger. Blätter kosten zwei bis drei Euro. Da sie aus abgeschliffenem Schilfgras (Arundo Donax) bestehen und entsprechend verschleißen, muss man sie immer wieder neu kaufen. Man befestigt es so am Mundstück, dass ein kleiner Spalt offenbleibt. Blätter werden in starken und weichen Ausführungen angeboten. Die Stärke wird in Zahlen zwischen 1 und 5 angegeben. Die meisten Klarinettisten verwenden ein Blatt der Stärke 2,5 oder 5. Für einen Anfänger empfiehlt sich ein Blatt der Stärke 2. Es schwingt leichter.

Besonders wichtig: die Auswahl des richtigen Mundstücks

Das Mundstück ist der Teil des Instruments, der den gravierendsten Einfluss auf den Klang hat. Jeder Spieler nutzt ein individuelles Modell, das auf andere Klarinetten aufgesetzt werden kann. Bei der Auswahl des Mundstücks kommt es zunächst einmal auf die Länge der Bahn an. Das ist die abgeschnittene Fläche auf der Oberseite des Mundstücks, über der das Blatt befestigt wird. Für welche Bahn man sich entscheidet, hängt von der Stellung der Kiefer und der Zähne ab. Die meisten Menschen haben einen leichten Überbiss. Sie spielen auf einer Standardbahn. Bei Menschen mit stärkerem Überbiss muss sie etwas länger sein.

Für Anfänger ist eine normale Bahnlänge ebenfalls ausreichend. Die meisten neuen Instrumente sind von Haus aus damit ausgestattet. Später jedoch kann man ruhig einmal andere Mundstücke ausprobieren, um seinen eigenen Klang zu finden. Dass daraus schnell ein jahrelanges Experimentieren wird, lässt sich leicht aus dem Umstand ersehen, dass jedes Mundstück unterschiedliche Eigenschaften bezüglich Länge, Bahnform und Volumen hat. Wichtig ist, dass man immer nur eine Eigenschaft verändert, um eine belastbare Vergleichsgrundlage zu haben.

Das Blatt wird mit einer Schnur oder einer Klammer am Mundstück festgebunden. Auch hier sollte man sich gleich ausreichend Ersatz kaufen. Weiterhin benötigt man Lederwischer zum Reinigen des Instruments, ein Metronom zum Üben, einen Bissgummi für das Mundstück und einen Schraubendreher zur Justierung der Feinmechanik. Weiterhin empfehlen sich ein Notenständer und ein Ständer für das Instrument. Auch Korkfett zur Pflege der Zapfen sollte gekauft werden.

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