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Das Cello: Ratgeber zum Kauf eines Cellos

Cello Das Cello ist das zweittiefste Streichinstrument nach dem Kontrabass und gleichermaßen als Soloinstrument oder im Orchester beliebt. Charakteristisch besitzt das Cello einen weichen Klang und eine interessante Bauform. Es wird auch als Violoncello, Bassvioline oder Violone bezeichnet und geht auf das 17. Jahrhundert zurück.
Hier erfährst du:
  • wie das Cello aufgebaut ist
  • welches die aktuellen Bestseller sind
  • was man vor dem Kauf beachten muss
  • alles über den Bogen

Cello im Test & Vergleich 2017

Ursprünglich mit nur drei Saiten gebaut hat sich später das Modell mit vier Saiten durchgesetzt. Daneben gab es ein fünfsaitiges Cello, für das selbst Johann Sebastian Bach Werke schrieb. Durch die große Bauform spielt man das Cello im Sitzen und klemmt es zwischen die Beine. Anfangs kam es selbst bei Umzügen zum Einsatz oder wurde im Stehen gespielt. Ein Tragegurt sollte das Spiel erleichtern. Nach 1800 führte man den Stachel ein, damit das Cello bequem auf dem Boden ruht. Später kam eine Feststellschraube für zusätzliche Stabilität hinzu.

Aufbau und Funktionsweise des Instruments

Cello AufbauDas Cello erinnert in seiner Bauform an eine Viola oder Violine, nur deutlich größer. Durch die enorme Höhe erweitert sich der Resonanzraum des Cellos. So entsteht der tiefere Klang des Instruments, ohne es zu sehr in die Länge ziehen zu müssen. Der Korpus bildet als Resonanzkörper den größten Teil des Cellos ab. Man fertigt ihn meist aus Ahorn oder Fichte, um den optimalen Klang zu erreichen. Durch die Schwingungen der Saiten über dem Korpus entsteht der gewünschte Ton. Klangeigenschaften lassen sich am Cello beispielsweise durch die verwendeten Materialien modifizieren. Pappel, Weide oder Birke sind besondere Hölzer, die auf den Klang Einfluss nehmen könnten. Am oberen Stück des Korpus befinden sich das Griffbrett und der Wirbelkasten, an dem die Saiten befestigt sind. Über die Stimmwirbel legt man den jeweiligen Ton der Saite fest. Im Originalzustand sind alle Saiten des Violoncellos im Quintabstand gestimmt, sodass die vier Saiten die Töne C-G-d-a erzeugen. Mit dieser Stimmung ist das Cello genau um eine Oktave tiefer, als eine normale Viola. Unter der Unterseite des Cellos ist der bereits erwähnte Stachel angebracht. Er hält das Instrument auf dem Boden und unterstützt somit das Spiel.

Klangerzeugung auf einem Cello

Der Klang entsteht bei einem Cello über das Schwingen der Saiten. Mit einem Bogen bringen Sie diese zum Schwingen, sodass sich die Bewegung über den Steg auf den Korpus verteilt. Über die F-Löcher gelangt der Klang aus dem großen Resonanzkörper nach außen und gibt somit den gewünschten Ton des Instruments wieder. Bei allen Streichinstrumenten verändert man die Tonhöhe jeder einzelnen Saite, indem man sie auf dem Griffbrett nach unten drückt. Somit ist die Saite verkürzt und gibt eine andere Tonfrequenz wieder. Am besten sitzt man als Spieler eines Cellos hinter dem Instrument. Den Bogen führt man dabei mit der rechten Hand und greift die einzelnen Tonhöhen der Saiten mit der linken Hand.

Was ist die richtige Größe des Cellos?

Wenn Sie ein Cello kaufen, muss es auf den Körper und die eigene Körpergröße angepasst sein. Andernfalls ist kein bequemes Spielen mit dem Instrument möglich. Gerade Kinder sollten kein Cello in normaler Größe als erstes Instrument bekommen. Sie müssen mit einem kleinen Cello beginnen. Dabei gibt es mehrere kleine Instrumente, mit denen Kinder die Technik deutlich besser lernen und einfacher mit ihnen umgehen. Handelt es sich um ein normales Cello, spricht man von einem 4/4-Cello. Ein Cello mit einer kleineren Korpuslänge bezeichnet man dann als:

  • 1/4 Cello
  • 1/2 Cello
  • 3/4 Cello
  • 1/8 Cello
Die Brüche bei der Größenangabe dürfen nicht als absolute Brüche angesehen werden. Somit ist ein 1/8-Cello nicht achtmal kleiner als ein 4/4-Cello. Es besitzt etwa 65 Prozent der normalen Größe. Bei einem 3/4-Cello sind es etwa 90 Prozent der normalen Größe. Durch dieses Prinzip haben selbst kleine Menschen die Möglichkeit, ein solches großes Instrument bequem und mit einer ordentlichen Resonanz spielen zu können. Doch wie ermittelt man die perfekte Größe für sich selbst? Bei Kindern gibt es eine einfache Regel. So messen Sie beispielsweise die Armlänge, um auf die perfekte Größe des Cellos zu schließen. Folgende Tabelle könnte behilflich sein:

Armlänge des KindesGeeignetes Cello
45 bis 50 cm1/4-Cello
50 bis 55 cm1/2-Cello
55 bis 60 cm3/4-Cello
Daneben ist die Länge der Finger relevant. Auch beim Erwachsenen muss auf die gesamte Körpergröße geachtet werden und auf die Länge der Finger.

Cellokauf für Anfänger – was ist zu beachten?

Anfänger sollten beim Kauf beispielsweise auf die Fertigung der Celli achten. Die Instrumente unterscheiden sich stark in der Herstellung, ob eine handwerkliche oder industrielle Fertigung dahinter steckt. Ein Cello in Handarbeit kostet dabei deutlich mehr und fällt in erster Linie im Preis auf. Industriell gefertigte Celli sind wesentlich günstiger, da sie als Massenware verkauft werden. Generell wichtig sind die Verarbeitungs- und vor allem die Klangqualität. Bei einem handgearbeiteten Cello ist die Klangqualität deutlich höher. Dagegen muss Industrieware nicht automatisch schlecht sein. Es gibt gute Instrumente, die sich gerade in der Anfangszeit anbieten. Sie besitzen einen deutlichen Kostenvorteil und ermöglichen Kindern als auch Erwachsenen, das Instrument erst einmal kennenzulernen. Das beste und teuerste Cello ist unangebracht, wenn später das Spielen doch nicht gelernt wird. Ist das Instrument jedoch von minderer Qualität, besitzt es nur einen schwachen Klang. Hier kann die Freude am Spielen und am Lernen schnell vergehen.

Cello KaufkriterienEines der wichtigsten Qualitätsmerkmale ist die Saitenlage. Liegen die Saiten auf dem Steg zu hoch, benötigt man in den Fingern zu viel Kraft zum Herunterdrücken. Sind die Saiten zu flach auf dem Steg gelagert, kommt es zu einem schlechten Klang. Das Instrument scheint zu „scheppern“. Daneben sollten Sie auf den Steg achten, wenn Sie ein Cello kaufen. Der Steg muss die optimale Dicke besitzen, die richtige Neigung und vollflächig auf der Decke aufliegen. Nur so kann die Schwingung der Saiten bestens übertragen werden. Die Wirbel sind bestenfalls sehr leichtgängig und gut eingepasst. Somit werden Sie keine Probleme beim Stimmen der Saiten haben. Sitzen die Wirbel jedoch zu locker, kann sich das Cello während des Spielens verstimmen. Der letzte Blick führt auf die komplette Verarbeitung. Schließlich darf das Cello keine groben Fehler aufweisen und sollte in der Fertigung makellos sein. Bekannte Hersteller sind:

  • Gewa
  • Steinbach
  • Stagg Music
  • O. M. Mönnich
  • Roth & Junius

Der Bogen als wichtigstes Zubehör für ein Cello

Neben dem Cello selbst bestimmt der Bogen den Klang des Instruments und wirkt sich auf das Spielgefühl aus. So ist beispielsweise die Bogenstange stark belastet beim Spiel. Sie muss gut gefertigt sein, um den Zug der Bespannung auszuhalten. Gleichzeitig darf sich die Stange beim Spiel nicht verbiegen. Die meisten Bogenstangen bestehen deshalb aus Brasilholz und Pernambukholz. Die Hölzer sind besonders stabil und verziehen sich selbst unter der hohen Spannung nicht. Daneben haben sich Bögen aus Kohlefasern durchgesetzt. Im Gegensatz zum Holz sind die Kohlefasern kein Naturprodukt, weswegen die Qualität nicht zu stark schwankt.

Wichtig: Achten Sie bei der Wahl des richtigen Bogens daneben auf das Gewicht. Jeder geht anders mit seinem Bogen um und präferiert ein anderes Gewicht. Probieren Sie deshalb den gewählten Bogen aus. Manche Cellisten entscheiden sich später noch für einen anderen Bogen.

Ein weiteres Qualitätsmerkmal der Bögen ist die Behaarung. Jeder Bogen besteht aus etwa 190 bis 250 einzelnen Rosshaaren. Die Haare aus dem Schweif der Tiere sind besonders rau und bleiben deshalb beim Spielen an den Saiten hängen. Bei diesem Vorgang erzeugt das Cello den eigentlichen Klang. Die Haare müssen gut gepflegt werden, um ein optimales Klangerlebnis zu erreichen. Mit einem bestimmten Harz Namen Kolophonium werden die Haare bestrichen und bleiben vor dem Spiel geschmeidig. Gleichzeitig verhindert man das Reißen der Haare.

Cellosaiten kaufen – darauf kommt es an

Cello-SaitenCellosaiten übernehmen einen großen Teil der Klangerzeugung und sind deshalb auch für den guten Klang des Instruments verantwortlich. Gerade in Bezug auf die Klangfärbung sollten die richtigen Saiten gewählt werden. Anfänger benötigen Cellosaiten mit einer leichten Ansprache. Bedeutet: Sie erzielen deutlich schneller gute Klangergebnisse beim ersten Spielen. Ein weiteres Merkmal ist die Dauer der Einspielzeit. Manche Saiten brauchen sehr lange, bis diese eingespielt sind. Daneben ist die Stimmungsstabilität wichtig. Einige Saiten reagieren auf kleinste Temperaturunterschiede und verstimmen sich schnell. Hier unterscheidet man prinzipiell zwischen:

  • Darmsaiten
  • Kunststoffsaiten
  • Stahlsaiten

Neu oder gebraucht kaufen?

Handgefertigte Celli namhafter Hersteller sind sehr teuer und im neuen Zustand kaum erschwinglich. Alternative ist nicht nur die günstige Massenware, die teilweise einen schlechten Klang liefert. Ein gebrauchtes Cello kann die dritte Lösung sein. Celli gibt es in diesem Bereich in allen Preisklassen. Einsteigerinstrumente sind bereits ab ca. 400 Euro zu haben. Hochwertige und professionelle Celli sind selbst im gebrauchten zustand noch im vierstelligen Bereich. Mit ca. 4.500 bis 5.000 Euro sollten Sie rechnen. Die Höhe des Preises hängt stark vom Zustand und vom Alter des Cellos ab. Außerdem spielt der Hersteller eine wichtige Rolle.

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